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Luzern blüht auf - Eine Stadt wird essbar

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Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt; ein Garten in Todmorden (Bild: http://www.incredible-edible-todmorden.co.uk/pictures/growing-centre-vale-park)Mit der Aktion «LUZERN BLÜHT AUF – EINE STADT WIRD ESSBAR» soll ab dem kommenden Sonntag dem 18. März, die Stadt Luzern und ihre Umgebung in einen öffentlichen Freiluftgarten verwandelt werden. Vorbild für diese Idee ist das englische Städtchen Todmorden, welche zu einer selbst versorgenden Gemeinde gewachsen ist.

Im Nordwesten Englands in der Grafschaft West Yorkshire liegt die knapp 15 000 Seelen fassende Stadt Todmorden. In dieser Gemeinde begann im Jahr 2008 das beeindruckende Projekt namens «Incredible Edible». Die Bürger haben in Eigeninitiative jeden ungenutzten Fleck der Stadt begrünt und eine Flora angepflanzt, welche die Lebensqualität all ihrer Bewohner bereichert.

Begonnen hat alles mit Mary Clear, einer Grossmutter von 10 Enkelkindern, und Pam Warhurst, ehemalige Besitzerin eines Esslokals. Clear hat eines Tages die Mauer vor ihrem Garten nieder gerissen und ein Schild in ihr Gemüsebeet gestellt, auf dem stand: «It's for free – take it», was soviel heisst wie: «Es ist kostenlos, greifen Sie zu».

Zunächst betrachteten die Passanten das Schild mit Argwohn und blieben ab der unbegreiflichen Grosszügigkeit skeptisch. Doch mit der Zeit nahmen sie das Angebot gerne an und es entstand eine Graswurzelbewegung, wie sie im Buche steht. Bald schon wurden etliche Grünflächen der Stadt von den Bürgern begrünt und die Gemeinschaft kümmerte sich um das Gewächs. Von Blumen, über Kräuter, Gemüse und Obst fing alles an zu blühen. Dazu kommt, dass alles was auf den öffentlichen Flächen wächst, kostenlos zu pflücken ist. Man ist frei zu nehmen, was man sich wünscht und gerade reif ist.

Wer jetzt glaubt, dass so eine Idee nicht umzusetzen sei, weil sich die Menschen in so einer freien Umgebung zu destruktiv verhalten würden, der irrt. Zumindest was Todmorden angeht. Laut Pam Warhurst gibt es keine Gründe für Bedenken: «Wenn man eine brachliegende Grassfläche nimmt, die vorher nur für Abfall und als Hundeklo verwendet wurde und es in einen Ort voller Kräuter und Früchte verwandelt, dann wird es nicht zerstört. Ich denke wir sind darauf eingestellt, Lebensmittel nicht zu beschädigen.» Laut der ortsansässigen Polizei ist sogar die Kriminalitätsrate massiv gesunken. Die Bewohner hätten ein verstärktes Bewusstsein für ihre Stadt und würden beginnen, sich mehr um sie zu kümmern.

Der Erfolg der Idee ist sogar so gross, dass in mehreren anderen Städten, auf dem ganzen Globus verteilt, Anfragen für Kooperationen bei den beiden Damen eingehen. Mary Clear trug ihre Idee sogar schon einer Gruppe britischer Parlamentarier in London vor. Vor allem das erweiterte Bewusstsein für die eigene Nahrung, die ökologische Umgebung und die Qualitäts- und Versorgungssicherheit seien hervorzuhebende Aspekte des «Incredible Edible»-Programms.

Nun bahnt sich in Luzern ein ähnliches Projekt an. Mit der Aktion «Luzern blüht auf – Eine Stadt wird essbar» sollen die Ideale von Todmorden die Schweiz erreichen. Am kommenden Sonntag, 18. März findet deshalb ab 14 Uhr im Pfarreizentrum Barfüesser der offizielle Start der Aktion statt. Vorläufig ist bekannt, dass an diesem Anlass die ersten Informationen zu solch einem Projekt bekannt gegeben werden. Dabei soll den interessierten Anwesenden, welche diesen öffentlichen und kostenfreien Anlass besuchen, ein Rahmen zur Selbstorganisation geboten werden. Dies umfasse die infrastrukturellen Fragen, die Kommunikation, die Finanzierung und die Umsetzung.

Die Aktion wird als Idee lanciert und nicht von einer zentralen Organisation verwaltet. 

Kommentare  

 
0 #1 Bruna Giovanna Guerr 2012-08-16 23:16
:P danke für den salat, ich werde mir morgen eine feine pasta kochen und den salat dazu essen. bin freischaffende schauspielerin und lebe von meinen auftritten. also vom salat in den mund:) danke für eure idee und für eure unterstützung in form von frischem gemüse. eure "nelly pianelly"
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