Nachdem Anfangs Woche die von vielen langerwartete Eröffnung der Ikea-Filiale in Rothenburg über die Bühne gegangen ist, waren in den Mainstreammedien ausschliesslich positive Rezessionen zu lesen. Info8.ch nimmt sich Zeit für einen kurzen kritischen Kommentar.
Dass in der Zentralschweiz der Bedarf an Einrichtungs- und Möbelhäusern kontinuierlich wächst, war bereits im März 2005 festzustellen, als mit dem Wohncenter Emmen das bis dato grösste Wohncenter der Zentralschweiz eröffnete. Auch Ikea plante bereits im Jahr 2001, eine Filiale in der Zentralschweiz zu eröffnen. Der ursprüngliche Eröffnungstermin wäre auf das Jahr 2004 angesetzt gewesen. Verhindert hat dies der Verkehrsclub Schweiz (VCS) mittels Verbandsbeschwerderecht, von welchem er fleissig Gebrauch gemacht hat. Unter anderem kritisierte der VCS die mangelhafte Anbindung an den öffentlichen Verkehr sowie die Anzahl der Parkplätze. So hat der VCS erwirkt, dass der Ikea nur gebaut werden darf, wenn der Autobahnzubringer in Rothenburg bereits realisiert ist.
Vergleicht man heute das Wohncenter in Emmen mit dem Ikea in Rothenburg, so wird einem schnell augenscheinlich, woher der damalige Widerstand rührte. Während man beim Bau des Wohncenters auf einen ressourcenschonenden Umgang mit der Umwelt Wert legte, und ein mehrstöckiges Parkhaus erbaute, wurde beim Bau des Ikeas auf einen grossflächigen, ebenerdigen Parkplatz gesetzt. Dass diese Bauweise Tausende von Quadratmetern mit Beton und Teer verschandelt, schien hier weder den Gemeinderat von Rothenburg, noch die Gemeindeversammlung, welche dem Projekt zustimmte, zu interessieren. In den letzten 20 Jahren hat sich die Bevölkerung von Rothenburg faktisch verdoppelt. Diese Entwicklung war nur möglich, weil Rothenburg über immense Landreserven verfügt. Wenn jedoch mit diesen Reserven so verschwenderisch umgegangen wird, könnte das Wachstum bald ein jähes Ende nehmen. Mit dieser Bauweise trägt das Projekt Ikea ausserdem massgeblich zur Zersiedelung der Schweiz bei.
Ein von den Befürwortern häufig angeführtes Argument für den Bau des Ikeas war, dass mit dem Bau einer Filiale in der Region Zentralschweiz jährlich Tausende Fahrten von Zentralschweizern in die nächstgelegenen Filialen Spreitenbach und Lyssach verhindert werden können. Diesem Argument ist jedoch nur teilweise zuzustimmen. Viele Zentralschweizer dürften bis anhin auf andere, bereits bestehende Möbelhäuser aus der Region zurückgegriffen haben, ohne quer durch die halbe Schweiz zu fahren. Genau diese Möbelhäuser werden jetzt die Eröffnung des neuen Ikea schmerzlich in ihrer Umsatzbilanz zu spüren bekommen. Dass Ikea ausserdem nicht gerade für qualitativ hochwertige und langlebige Möbel bekannt ist, stellt die These des Umweltschutzes weiter in Frage. Ob es zum Umweltschutz positiv beiträgt, wenn alle zehn Jahre neue Möbel gekauft werden müssen, ist zumindest in Frage zu stellen.
















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